Ausbauarten:

Wie bei jeder geotechnischen Arbeit, ist der Brunnenbau völlig von den geologischen Verhältnissen abhängig.

Reicht es beispielsweise bei hoch anstehendem Grundwasser im mächtigen und hoch porösen Grundwasserleiter einen Saugbrunnen in 2“HDPE zu bauen, muss anderen Orts eine tiefere Bohrung in die unteren Grundwasserstockwerke erfolgen. Dies hat zur Folge das ein größerer Bohr-Durchmesser, ggf. größere Filterstrecken, größere Tauchpumpen etc. eingebaut werden müssen, um die gewünschte Fördermenge und Lebensdauer Ihres Gartenbrunnens zu gewährleisten. So sollte die eingebaute Pumpe in einer zureichenden Tiefe in den Grundwasserleiter eingebracht werden, um eine zufriedenstellende Förderleistung zu generieren.

Mit einem Blick in unsere geologische Datenbank können wir die zu erwartende Bohrtiefe ermitteln und den optimalen Ausbau des Brunnens ermitteln. Entsprechend Ihrer Wünsche bezüglich der zu bewässernden Fläche und der hier zu nötigen Fördermenge, stellen wir Ihnen gerne das passende Angebot zusammen.

Normalerweise bieten wir Ihnen drei mögliche Ausbauarten für Ihren Garten an:

2“ Saugbrunnen:

Im Trockenbohrverfahren wird mittels Endlosschnecke eine Bohrung bis zu einer Teufe von 15m herabgebracht. Dieses Verfahren, dass bei hoch anstehendem Grundwasser angewendet werden kann, hat den Vorteil, dass kein Pumpensumpf angelegt werden muss und das Bohrgut einfach abtransportiert werden kann. Meist in Regionen mit mächtigen Sandablagerungen (in dieser Region meist Urstromtäler bzw. sogenannte Sander) angewendet ist hier keine Filterschüttung (wie bei Tauchbrunnen) notwendig. Nach der Bohrung wird ein 2-3m lange Filterstrecke (mit feiner Schlitzung) und 2“ HDPE-Vollrohr eingebaut und ein 32er oder 40 (mm) starkes Saugrohr in den Brunnen eingebaut. Diese wir mit einer Verschraubung und einem 1“ bzw.5/4“-Verbindungsstück an die Pumpentechnik übergeben.

3“ Brunnen und 4“ Brunnen mit Tauchpumpe:

Liegt der zu erbohrende Aquifer (Grundwasserleiter) tiefer kommt das Spülbohrverfahren zum Einsatz. Hierbei werden die Grundwassersperren (Aquicluden) oder Geringleiter (Aquitarden) durchteuft, bis eine  Schicht erreicht wird aus der eine zufriedenstellende Förderleistung ermöglicht. Unser Fachpersonal erkennt dies an Änderungen des geförderten Bohrgutes. Ist die gewünschte Tiefe erreicht, wird das Bohrgestänge gezogen und die Filterstrecke, inklusive eines Sumpfrohres und der Vollverrohrung in das Bohrloch herabgelassen. Die Filterstrecke wird in eine Filter-Kiesschüttung eingebettet, um das hydrostatische Potential zum Filter hin zu erhöhen und eine Kolmatatierung (Zusetzung) der Filterstrecke zu verhindern. Durchteufte Sperrschichten, sowie höher liegende Grundwasserleiter werden mittels Bentonit (einer Tonsperre) gegenüber den anderen Leitern und der Oberfläche versiegelt, um vertikales Eindringen von Niederschlagswasser in Ihren Brunnen zu verhindern. In 3 bzw. 4“ starke Brunnen werden sogenannte Tauchpumpen mit einer Steigleitung eingebaut. Diese Pumpen arbeiten gegenüber den Saugpumpen mit einem Kreiselsystem, drücken also das zu fördernde Grundwasser gegen das statische Potential der auflastenden Wassersäule durch eine Steigleitung an die Oberfläche. Je nach Kundenwunsch wird an der Brunnenkopf unter Geländehöhe in eine Brunnenstube eingebaut und die gewünschte Steuerregeleinheit („Presscontrol“) oberirdisch angeschlossen.